Wort des Pfarrers
Liebe Gemeindemitglieder, liebe Besucherinnen und Besucher unserer Internet-Seite,
die Christen sind die weltweit am stärksten verfolgte Religion. Vor allem in islamisch geprägten Ländern wird ihnen Glauben und gläubiges Leben nicht selten sehr schwer gemacht. Immer wieder hören wir von sozialer Benachteiligung, Einschüchterung, Verleumdung von Christen, von Hetzkampagnen und Todesdrohungen gegen sie. Viele, so sie dazu in der Lage sind, verlassen schweren Herzens ihre Heimat. Wer tritt für diese Menschen ein? Nur wenige auf der Bühne der Weltpolitik erheben ihre Stimme, und nur selten tun sie es.
Auch in unseren Breiten kann man eine zunehmende Intoleranz gegenüber dem christlichen Glauben und eine schleichende, bisweilen geschickte Ausgrenzung desselben beobachten. Öffentliche Hetze, Hassinszenierungen und Beleidigung gegen Christen nehmen, so habe ich gelesen, auch in der Europäischen Union zu, so dass sich eigens die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa dieser sorgenvollen Entwicklung kürzlich in Rom angenommen hat.
Gerichtsurteile, arbeitsrechtliche Bestimmungen und staatliche Auflagen machen es den Kirchen zusehends schwerer, nach ihrem Leitbild zu handeln. Ärzte und Pflegepersonal an christlichen Krankenhäusern werden diskriminiert, wenn sie sich weigern, medizinische Maßnahmen durchzuführen, die ihrer christlichen Überzeugung widersprechen. Christliche Positionen werden diffamiert und lächerlich gemacht. Die öffentliche Verhöhnung und Beleidigung von kirchlichen Amtsträgern und Gläubigen und dem was ihnen heilig und wertvoll ist - bis zu Gott hin -, wird weitgehend hingenommen, und kaum ein Verantwortlicher aus Politik, Gesellschaft oder Kultur bietet dem ernsthaft Paroli, geschweige, dass solche Vorkommnisse gerichtlich oder sonst wie verfolgt werden. Warum auch! Heute ist so ziemlich alles erlaubt, zumindest verbal. Heute fällt alles unter "freie Meinungsäußerung" oder "Satire". Grenzen des Anstandes, der Moral sind weitgehend verschwunden. Und in unsere säkularisierte Welt scheint es nicht zu passen, dass sich Personen der Politik und der gesellschaftlichen Gruppierungen dagegen zu Wort melden.
Als ich mich vor einigen Jahren über eine Fernsehsendung, es war eine "Comedy'"-Sendung, bei zwei zuständigen Stellen beschwerte - ich war zufällig beim Zappen auf diese Sendung gestoßen -, die in hässlicher und Christen verletzender Weise die Bibel ins Feld führte, bekam ich einen freundlichen Brief zurück, das sei als Satire zu sehen und in diesem Rahmen nicht zu beanstanden. Da war ich baff!!
Dennoch gilt für mich und ich hoffe auch für Sie: wachsam zu sein; das zu tun und zu sagen, was uns möglich ist, wenn wir hören oder gar miterleben, dass und wie Christen und ihre Werte verächtlich gemacht werden. Wichtig ist, zum Glauben zu stehen. Christus ist bei uns. Das gibt uns Kraft und Mut, unseren Weg zu gehen und gemeinsam für das Gute und gegen Unrechtes einzutreten.
Ihnen allen Gottes Segen
Pfarrer Ferdinand Winter